29. Oktober 2015
Ratinger Wochenblatt
Händeschütteln mit Landrat Thomas Hendele

Landrat Thomas Hendele würdigte Johannes Werner, Vorsitzender des Kulturkreises Hösel und neuer Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Bundesverdienstkreuz für Johannes Werner. Voller Einsatz für Kultur und Standortmarketing.

„Strahlender kann ein Tag nicht ein“, sagte Regine Walther, stellvertretende Vorsitzende des Kulturkreises Hösel. Draußen lachte die Herbstsonne von einem makellos blauen Himmel, drin im Haus Oberschlesien wurde Regine Walthers „Chef“, dem Kulturkreis-Vorsitzenden Johannes Werner, das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Er erhielt es für eine ganze Reihe von ehrenamtlichen Aktivitäten, aber die Arbeit im Kulturkreis dürfte den Ausschlag gegeben haben für die positive Entscheidung des Bundespräsidenten.

Diese ist umso bemerkenswerter, als Joachim Gauck recht „knauserig“ sei mit dem Verdienstorden, wie Landrat Thomas Hendele sagte. Hendele, der die Laudatio hielt, war es ein Bedürfnis, auf diesen Umstand hinzuweisen, um die Wertigkeit der Auszeichnung ins rechte Licht zu rücken. Die Zeiten der inflationären Bundesverdienstkreuzverleihungen sind vorbei. Sieben bis maximal zehn Auszeichnungen pro Jahr habe es zuletzt gegeben – im ganzen Kreis Mettmann. Johannes Werner gehört nun einem wahrlich exklusiven Kreis an.

Er hat sich die Ehre redlich verdient. Das zeigen schon die nackten Daten. Seit 30 Jahren ist er Mitglied des Kulturkreises Hösel, seit 14 Jahren dessen Vorsitzender. Ebenfalls seit 30 Jahren übernahm er ehrenamtliche Aufgaben in Gremien der IHK Düsseldorf (Werner war hauptberuflich lange Zeit Geschäftsführer des Kaufhofs an der Kö). In den 90er Jahren war er als Vorstandsmitglied der Altstadtgemeinschaft und als Mitinitiator des Forums Stadtmarketing Düsseldorf intensiv im Interesse des Standortes aktiv. Dies setzte er nach seinem Ruhestand nahtlos an seinem Wohnort Ratingen fort – als langjähriges Aufsichtsratsmitglied der Ratingen Marketing GmbH und als Gründungsmitglied von Aktiv für Ratingen e.V.

Kultur und Marketing sind seine Welt, und manchmal ist das das Gleiche. Landrat Hendele zählte ein gutes Kulturangebot mit zum wichtigsten Standortfaktor für ansiedlungswillige Wirtschaftsführer. Und dass der Kulturkreis Hösel seit Jahrzehnten ein herausragendes Angebot im Stadtteil zusammenstellt, steht außer Frage. Auf bis zu 50 Veranstaltungen pro Jahr bringt es dieser – man muss es noch einmal betonen – komplett ehrenamtlich geführte Verein. In seiner Dankesrede dehnte Werner daher den „Geltungsbereich“ des Bundesverdienstkreuzes auf das gesamte Vorstandsteam aus. Zu Werners höchstpersönlichen Verdiensten zählte Laudator Hendele die Effizienzsteigerung auch in der ehrenamtlichen Arbeit: „Herr Werner arbeitet auch im Ehrenamt wie im Beruf“ – nach dem Motto zupackender Chefs, das da laute: „Probleme bitte auf meinen Tisch!“ Diese Einstellung bringe freilich den kleinen Nachteil mit sich, dass das Ehrenamt schnell zum Full-Time-Job werde, so Hendele.

Gut 80 Gäste waren an einem Montagmittag ins Haus Oberschlesien gekommen (in doppelter Hinsicht der perfekte Schauplatz der Ehrung: Hier führt der Kulturkreis seine Veranstaltungen durch, und Werner wurde 1935 in Neiße/Oberschlesien geboren). Sie vernahmen außer Hendeles Laudatio Grußworte des Bürgermeisters Klaus Pesch und des Hausherrn, Museumsdirektor Dr. Stephan Kaiser. Und natürlich gab es Musik von erlesener Qualität: Das Ratinger Ausnahmetalent Tanja Zhou spielte drei Klavierstücke von Frédéric Chopin, Johannes Werners Lieblingskomponisten. es