15. Dezember 2016
Ratinger Wochenblatt

Kulturkreis Hösel e.V. Programm 2017

Künstler von Rang

Der Kulturkreis Hösel kündigt die Sonntagskonzerte des Jahres 2017 an

 

Markenzeichen bleiben erhalten

Ratingen-Hösel. Auch im nächsten Jahr veranstaltet der Kulturkreis Hösel wie gewohnt seine beliebten Sonntagskonzerte. Neu ist jedoch, dass Professor Dr. Matthias Brzoska für das Programm verantwortlich war. Der Musikwissenschaftler,  der an der Folkwang-Universität der Künste in Essen tätig ist, hat dieses Amt von Maria Grün übernommen (wir berichteten).

Ein erster Blick auf die fünf Konzerte im Jahre 2017 zeigt, dass auch Professor Brzoska einen hohen Anspruch an die auftretenden Künstler hat. Ungewöhnliche Instrumenten-Besetzungen und Kompositionen, die eher selten zu hören sind, bleiben ebenfalls ein Markenzeichen der Kulturkreis-Reihe. 

Der Musikwissenschaftler selbst ist am ersten Konzert am 29. Januar beteiligt: Er hält einen Vortrag über das „Quatuor pour la fin du temps“ von Olivier Messiaen. Vorher wird das selten gespielte, aber faszinierende Werk natürlich aufgeführt, und zwar von einem Ensemble unter der Leitung des Cellisten und Komponisten Graham Waterhouse. Der wiederum hat die Besetzung für ein Konzert in der Essener Synagoge zusammengestellt. 

Um das "Quartett für das Ende der Zeiten" von Messiaen ranken sich einige Mythen und Legenden. Professor Dr. Matthias Brzoska will in seinem Vortrag die wahren Hintergründe der Entstehung erläutern, schließlich gilt das Quartett als eines der Schlüsselwerke der Moderne. Messiaen schrieb es 1940/41 in deutscher Kriegsgefangenschaft in einem Gefangenenlager in Görlitz. Der Titel verweist auf die Offenbarung des Johannes.

Am 26. Februar ist dann das Orpheus-Quartett im Haus Oberschlesien, Bahnhofstraße 71, zu Gast. Dieses Ensemble wurde in jungen Jahren vom Kulturkreis Hösel durch Konzertengagements gefördert und hat inzwischen eine große internationale Karriere gemacht. Gegenwärtig arbeiten die Musiker an der Gesamtaufnahme der Quartette von Woldemar Bargiel, einem Schwager Schumanns. Das Ensemble wird dem Publikum in Hösel somit die Spannungsbreite der Quartettliteratur von der Romantik Bargiels über den Impressionismus Claude Debussys (Streichquartett op. 10) bis zur Expressivität von Ludwig van Beethovens spätem Streichquartett op. 127 vorführen. 

Am Sonntag, 25. Juni, gibt es wieder ein „Preisträgerkonzert des Deutschen Musikrates“. Zu Gast ist dann das „Trio Faust“, bestehend aus Johanna Pichlmair (Violine), Magdalena Faust (Klarinette) und Marie Rosa Günter (Klavier). Ihr Programm haben sie „Impressions francaises“ überschrieben. Die eher seltene Kombination Klarinette, Violine, Klavier erleben die Hörer in Kompositionen von Darius Milhaud, Jacques Ibert, Francis Poulenc und Debussy. Den fulminanten Abschluss bildet die zu seiner Zeit hochmoderne Suite aus Stravinskis „Geschichte vom Soldaten“. 

Nach den Sommerferien finden zwei weitere Konzerte statt: Am 15. Oktober mit dem „Ensemble Corrèlatif“, einem Holzbläserquartett, und am 19. November mit dem „Morgenstern-Trio“ (Violine, Violoncello, Klavier). Alle Konzerte beginnen um 17 Uhr im Haus Oberschlesien, Bahnhofstraße 71. Die fünf Konzerte werden auch im Abonnement für 60 Euro angeboten. Das Abonnement wird betreut von Hans-Christoph Silz, Telefon 6 85 53. Für das Konzert am 29. Januar kosten die Tickets 15 Euro, für Jugendliche ist der Eintritt frei.