19. Mai 2016
Ratinger Wochenblatt

Ratinger Wochenblatt - Führungswechsel beim Kulturkreis Hösel

Dr. A. Hoburg löste J. Werner ab
Ratingen - Hösel.   Kontinuität gewürzt mit neuen Akzenten — mit dieser Devise geht der Kulturkreis Hösel die Zukunft an. Vor wenigen Wochen wurden die personellen Weichen im Vorstand des 420 Mitglieder starken Vereins gestellt. Der neue Vorsitzende Dr. Albrecht Hoburg hat sich fest vorgenommen, die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers Johannes Werner nahtlos fortzusetzen. Die bewährten kulturellen Aktivitäten werden weiter angeboten, darüber hinaus will der Kulturkreis aber auch verstärkt auf jüngere Menschen zugehen, zum Beispiel auch Angebote für Kinder ins Programm aufnehmen.

In Anbetracht dessen erscheint es legitim, das Jugendwort des Jahres 2014 auf den Kulturkreis anzuwenden: Läuft bei ihm! Und zwar seit vielen Jahren, eigentlich seit seiner Gründung im Jahr 1975, als Höseler Bürger befürchteten, dass ihr Stadtteil im Zuge der damaligen Eingemeindung kulturell austrocknen könnte. Das wollten sie aktiv verhindern und gründeten den Kulturkreis. Dieser erfüllte seine sich selbst auferlegte Mission von Anfang an erfolgreich, und heute, 40 Jahre später, ist er aktiver als je zuvor. Rund 50 Veranstaltungen pro Jahr werden durchgeführt: Konzerte, Lesungen, Vorträge, Oper-, Theater- und Museumsbesuche, Ausflüge und Reisen zu kulturell interessanten Zielen.
Dass die Abwicklung eines solchen Programms eine anspruchsvolle Management-Aufgabe darstellt, hat der bisherige Vorsitzende Johannes Werner erkannt und die entsprechenden Strukturen geschaffen. Vor zwei Jahren hat er dann auch selbst die Suche nach einem Nachfolger auf die Schiene gesetzt, als er bei seiner letzten Wiederwahl um aktive Unterstützung bei der Vorstandsarbeit warb. Dr. Albrecht Hoburg nahm die Einladung an.
Der studierte Pharmazeut und Mediziner, der in der Wirtschaft gearbeitet hatte, war erst Anfang 2011, als er in den Ruhestand ging, Mitglied des Kulturkreises geworden. Dort nun eine aktive Rolle zu übernehmen, reizte ihn. Was ihm nach eigenem Bekunden die Entscheidung aber auch erleichterte, war die starke Rolle, die der Beirat im Kulturkreis Hösel spielt. „Diese Zusammenarbeit ist extrem wichtig", sagt Dr. Albrecht Hoburg. Im Beirat sitzen die Mitglieder mit Spezialkennt-nissen, die für die einzelnen Segmente verantwortlich sind. In einem der wichtigsten, der traditions- und prestigereichen Konzertreihe, hat der Kulturkreis die Weichen nun ebenfalls neu gestellt. Nachdem sich Maria Grün zurückgezogen hatte, fand man mit Professor Dr. Matthias Brzoska, der an der Folkwang-Hochschule Musikwissenschaft lehrt, einen bestens vernetzten Nachfolger. „Im Beirat werden Ideen geboren, diskutiert und umgesetzt", sagt Hoburg. „Nichts wird dem Zufall überlassen."
So ist gewährleistet, dass Bewährtes erhalten wird, im-mer wieder aber auch Neues versucht wird — und dies meist auch erfolgreich ist. So erfreuen sich die relativ neuen Tagesfahrten unter dem Motto „Besuch bei unseren Nachbarn" großer Beliebtheit. Ebenso lockt die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen bei Vortragsveranstaltungen mit interessanten Referenten viel Publikum an.
Und dann hat sich der Kulturkreis noch eine besondere Herausforderung auferlegt - wie immer einvernehmlich natürlich: Angebote für jüngere Menschen. Ein erstes Beispiel war die Unterstützung des Kulturkreises für eine besondere Zauberflöten-Inszenierung unter der Federführung der Musikpädagogin Ekaterina Sergatschewa vor wenigen Wochen. „Wir könnten uns auch Lesungen von bekannten Kinder- und Jugendbuchautoren vorstellen", sagt die stellvertretende Vorsitzende Regine Walther. Nur eines wird es beim Kulturkreis so bald nicht geben: Stillstand.
(Alles Wissenswerte über den Kulturkreis unter www.kulturkreis-hoesel.de.)    es