25. August 2019
Susanne Wallstein
Der Marktplatz in der Margarethenhöhe

Die Margarethenhöhe in Essen – Ein Gesamtkunstwerk im Ruhrgebiet

Tagesfahrt

Am 14. August morgens um 9 Uhr ging es los zum „Aufbruch im Westen – die Künstlersiedlung Margarethenhöhe“. Die Margarethenhöhe im Essener Süden war die erste Gartenstadt in Deutschland und gehört mit den Künstlerkreisen Darmstadt-Mathildenhöhe und Dresden-Hellerau zu den bedeutendsten deutschen Künstlersiedlungen.

Unsere erste Station war das Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein. Hier begrüßte uns Herr Reuter, der uns sehr lebendig und mit viel Sachverstand gezielt durch die Sonderausstellung mit Hunderten von Exponaten zur Margarethenhöhe führte. Spannend erläuterte er den kulturellen Aufbruch im Industrierevier in den 1920er und 1930er Jahren und die bedeutende Rolle der Margarethe Krupp, der Ehefrau des Stahlmagnaten Friedrich Alfred Krupp, und ihrer eigens für den Aufbau der Gartenstadt gegründeten Stiftung. Der Architekt Georg Metzendorf, inspiriert durch die Folkwang-Idee von Karl Ernst Osthaus, überzeugte die Stifterin Margarethe Krupp, auf der Margarethenhöhe freien Künstlern und Kunsthandwerkern Ateliers und Werkstätten zur Verfügung zu stellen. Sie schaffte damit die Keimzelle eines illustren Künstlerkreises, der sich in der Gartenstadt Margarethenhöhe etablierte.

Wunderschön gelegen, in einer kleinen grünen Oase, dem „Hülsmannshof“ nahmen wir unser Mittagessen ein und ruhten uns ein wenig aus. 

Bei schönstem Sommerwetter spazierten wir nachmittags wieder mit Herrn Reuter zwei Stunden durch die Gartenstadt Margarethenhöhe. (Ein bisschen wirkt sie wie eine Insel/ eine Welt für sich, umgeben von Tälern und einem Waldgürtel, getrennt von der geschäftigen Großstadt, eine kleine Oase mitten in der Stadt.) Unser Guide konnte uns mit vielen interessanten Geschichten aus der Gartenstadt begeistern. Selbst dort aufgewachsen kannte er die Künstlersiedlung natürlich wie seine Westentasche. Zum Abschluss konnten wir uns noch eine Musterwohnung mit originalen und detailgetreuen Nachbauten aus dem Jahre 1911 ansehen und nachfühlen, wie es sich seinerzeit dort gelebt hat. Die Wohnungen genügten zur damaligen Zeit höchsten Ansprüchen und jedes Haus hatte einen eigenen Garten.

Viele Kulturkreismitglieder kannten die Margarethenhöhe bereits, doch kaum jemand hätte sich träumen lassen, dass diese Künstlersiedlung ein solch kulturhistorisches Juwel ist, und dies nur wenige Kilometer von Hösel entfernt.