11. September 2019
Rheinische Post, Ratingen

Junge Künstlerinnen begeistern beim Poetry-Konzert in Hösel

Hösel (RP) 130 Besucher zwischen neun und 90 Jahren waren begeistert von einem poetisch musikalischen Feuerwerk, das die Poetrykünstlerin Sarah Marie Tönges und die Sängerin Anna Freudewald beim Kulturkreis Hösel im Haus Oberschlesien zündeten.

Zuerst war ein weißes leeres Blatt, mit dem Sarah in einen Dialog eintrat und dem sie so viel Potenzial zusprach. Diesem weißen Blatt vertraute Sarah wunderschöne Verse und Gedanken an, die sie mit warmer und sanfter Stimme, von ruhigen Gesten unterstrichen, vortrug. Im Saal konnte man eine Stecknadel fallen hören. In diese Stille hinein intonierte Anna Freudewald auf dem Flügel Klänge, die sie mit ihrer wunderschönen, mal hellen, mal rauen Stimme fortführte und den Versen ihrer kongenialen Partnerin zuordnete. So sang Anna Freudewald das Lied von „Hey“ von Andreas Bourani zu dem Gedicht über das Scheitern von Sarah Tönges, also die Antwort „Aufstehen“ auf das Scheitern.

Heiligenhaus nannte Sarah Tönges ihren Heimathafen, den sie immer wieder ansteuert. De Liebe zu ihrer Heimatstadt klingt bei Sarah Tönges so:

Ist sie es, von der mein Herz erzählt
Also steig ich aus in Düsseldorf
in die S6 rein und in Hösel raus
In den Bus hinein und zurück nach Haus
Endlich zurück nach Heiligenhaus
Und komm ich an
Ist alles immer wie immer
Erst die Ilp dann die Höselerstraße entlang
Vorbei an der Selbeck und dem Heljensbad
Schön dass man sich darauf verlassen kann
Dass die Strecken so verlaufen
Wie bereits vor zwanzig Jahr`n
Und wenn ich dann in meine alte Straße fahr
Sind die gleichen Häuser noch immer da
Die gelbe Tonne pünktlich vorgefahr‘n
Vor den Häusern die Nachbarn
Sie sprechen bestimmt immer noch
Über die neue Autobahn
Es ist alles wie immer
Und irgendwie schön
Genau das was ich brauche
Wenn Gedanken durchdreh’n.

Zu diesen Worten passte genau das Lied von Adele „Hometown Glory“, das Anna Freudewald mit einer Stimme sang, die an Adele erinnerte. Ergreifend waren auch die tiefgründigen Gedanken der beiden Zwanzigjährigen zu Fragen des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung. Beide bekannten sich zu ihrem christlichen Glauben, in dem Gott den Menschen mit all seinen Schwächen und Stärken annimmt. Aus diesem Glauben schöpfen Sara und Anna Kraft und wohl auch ihre enorme Kreativität und künstlerische Begabung.

Lang anhaltender herzlicher Beifall verabschiedete die beiden jungen Künstlerinnen nach zwei Stunden in die Arme ihrer Familien, Freunde und einer beachtlichen Zahl von Fans, die nach dem Auftritt in Hösel noch größer geworden sein dürfte. Der Kulturkreis Hösel hat mit der Veranstaltung die Besucher Generationen übergreifend angesprochen. So sah es auch der Kulturdezernent der Stadt Ratingen Harald Filip.

Foto: RP/Kulturkreis Hösel