15. November 2018
Ratinger Wochenblatt

Letztes Sonntagsonzert 2018 beim Kulturkreis Hösel

Trio Lafroyg begeisterte das Publikum

„Ausverkauft“, freute sich Prof. Matthias Brzoska, der beim Kulturkreis Hösel die beliebten Sonntagskonzerte im Oktogon des Hauses Oberschlesien organisiert. Und jeder einzelne Besucher dürfte am Ende frohgemut,

wenn nicht begeistert nach Hause gegangen sein. Denn das Trio Lafroyg bewies, welch wunderbare Musik herauskommen kann, wenn Klarinette, Cello und Klavier zusammenspielen.

Das Wort Lafroyg ist gälischen Ursprungs und bezeichnet in etwa eine sanfte Mulde in einer weiten Bucht. Dieses poetische Bild hat das Trio zum Motto seiner Musik gemacht. Es kommt aber noch etwas hinzu, wie Klarinettist Robert Beck erläuterte: Es gibt tatsächlich einen Ort dieses Namens auf einer schottischen Insel, und dort stellt eine unter Kennern hochgeschätzte Whisky-Brennerei Brände mit einer hochkomplexen Aromenvielfalt her. Gegensätze fügen sich zu einem harmonischen, manchmal auch widerspenstigen, aber immer stimmigen Ganzen zusammen.

So ist es auch mit der Musik von Lafroyg. Es ist bezeichnend, dass das Kegelstatt-Trio von Mozart das glatteste (und wenn man ehrlich ist, auch das langweiligste) Stück im Programm war, gewissermaßen die sanfte Mulde in der weiten Bucht. Die Highlights waren ohne Zweifel das Klarinettentrio der zu Unrecht vergessenen französischen Komponistin Louise Farrenc vor der Pause und zum Abschluss ein Trio-Werk des als Filmkomponist berühmten Nino Rota („Der Pate“) mit seinem feurigen Finale.

Hier konnten Beck, die Pianistin Kledia Stefani und der Cellist Florian Sebald zeigen, was in ihnen steckt. Dass sie alle ihre Instrumente meisterhaft beherrschen, konnte man anhand ihrer Vita erwarten. Bestechend war jedoch die hohe Musikalität ihres Vortrags, vor allem im Zusammenspiel, was umso bemerkenswerter ist, als Sebald noch neu im Trio ist, sowie ihre souveräne Bühnenpräsenz, Gelassenheit und Dynamik jeweils an den passenden Stellen und in der richtigen Dosis, keine Manierismen.

Es war ein perfekter Abschluss des starken Konzertjahres 2018 für den Kulturkreis Hösel. Am 20. Januar 2019 geht es hochkarätig weiter mit dem Klavier-Maestro Denis Pascal aus Paris.