23. November 2017
Tobias Engbers

Sonntagskonzert am 19.11.2017

„Abenteuer in Spanien“.

Erstklassiges Duo brilliert mit vielfältigem Programm

Am Sonntag, den 19. November, ging die Abo-Konzertreihe des Kulturkreises Hösel mit einem überragenden Konzerterlebnis zu Ende.

Und das nicht nur, weil der Kulturkreis seinen Hörern bereits das zweite Preisträgerkonzert in einer Saison bot: nein,  der hochkarätige Cellist Valentino Worlitzsch war zu Gast in Hösel. Duettierend mit seiner Klavierbegleiterin Elisabeth Brauß präsentierte er dem musikbegeisterten Höseler Publikum ein anspruchsvolles Kammermusikprogramm unter dem Motto „Abenteuer in Spanien“. Worlitzsch steht auf der Karriereleiter schon ganz weit oben: allein 2016 bilden der Preis des Deutschen Musikwettbewerbs, der Publikumspreis, der Bonner Rotary Musikpreis und ein Jahresstipendium der Deutschen Stiftung Musikleben nur die jüngsten Stationen seiner Erfolgsbilanz. Auch Elisabeth Brauß konnte schon diverse Klavierpreise und -stipendien gewinnen. Die beiden Kammermusiker eröffneten den Abend mit Claude Debussys Sonate pour violoncelle et piano, in der Worlitzschs impressionistischer Farbenreichtum besonders positiv in Erinnerung blieb. An Debussy schloss sich Manuel de Fallas Suite populaire espagnole in der Cello-/Klavier-Bearbeitung von Maurice Maréchal an. Das Duo verstand es hervorragend, die unterschiedlichen Stücke mit den ihnen eigenen Charakteren auszustatten. Unleugbar, dass diese Suite im Original für Sopran besetzt ist! In einer episodenhaften Bearbeitung des Strauss’schen Don Quixote für Cello und Klavier von Arthur Willner bewies sich Cellist Worlitzsch zudem als meisterhafter Arrangeur. Worlitzsch und Brauß setzten die Charaktere und Situationen vom Abenteuer mit den Windmühlen bis zu Don Quixotes Tod gekonnt programmatisch um. César Francks berühmt-berüchtigte A-Dur-Cellosonate füllte die zweite Konzerthälfte, und begeisterte das Publikum. Meisterhaft musiziert, wurde sie mit tobendem Applaus belohnt. Die Höseler erklatschten sich mit Enrice Granados‘ Andaluza aus dessen Danzas españolas eine nun wirklich spanische Zugabe.
Die Konzeption der Konzertreihe ist exzellent: Wo sonst kann man die großen Künstler unserer Zeit in einem überschaubaren Saal (und zu so überschaubaren Preisen) hören? Schon jetzt darf man auf die bevorstehende Adventsmatinée am Sonntag, den 10. Dezember um 11 Uhr gespannt sein.