24. Oktober 2019
Ratinger Wochenblatt

Stradivari vs. Vuillaume

Vater--Sohn-Duo beim Kulturkreis Hösel

Hösel. Ein außergewöhnliches Sonntagskonzert des Kulturkreis Hösel am 27. Oktober bietet die einmalige Gelegenheit, in der intimen kammermusikalischen Atmosphäre eine italienische und eine französische Spitzenvioline vergleichen zu können: Um 17 Uhr spielen Mintcho und Nicolai Mintchev im Haus Oberschlesien, Bahnhofstraße 71.

Die meisten Geigenvirtuosen ziehen italienische Instrumente vor, aber eine Minderheit schwört auf „die Franzosen", die auch den Vorteil haben, rund 100 Jahre jünger, deswegen besser erhalten und vor allem: deutlich preisgünstiger zu sein (wobei preisgünstiger heißt, dass man nur ein Einfamilienhaus investieren muss, nicht Dutzende).

Die Stradivari, eine Geige aus der sogenannten „goldenen Epoche" des Geigenbauers, wird gespielt von Prof. Mintcho Mintchev. Er ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, u.a. des Paganini-Wettbewerbs, des Wieniawski-Wettbewerbs und (zweimal) des Carl Flesch Wettbewerbs. 1978 erhielt er die Stradivari ais Leihgabe auf Lebenszeit.

In Hösel spielt der Professor im Duo mit seinem Sohn Nikolai Mintchev nicht nur seine Geige, sondern auch seine schöne französische Bratsche: Nicolai Mintchev spielt eine hochwertige Geige des französischen Geigenbauers Jean Baptiste Vuillaume aus dem Jahr 1850. Er studierte an der Folkwang UdK Violine und wurde im Alter von 21 Jahren als Konzertmeister an die Essener Philharmonie berufen. 2003 wechselte er als erster Konzertmeister zum Wuppertaler Sinfonieorchester. Daneben spielt er als Solist auf internationalen Konzertpodien und ist auch oft als Kammermusiker zu hören

Der Eintritt kostet 18 Euro, für Jugendliche ist er frei. Anmeldung über www.kulturkreis-hoesel.de.